Geplant ist ein mehrtägiges Laboratorium zur musikalischen Vielfalt, das herausragende Musikschaffende mit und ohne Migrationshintergrund mit Teilnehmer*innen verschiedener Zielgruppen aus NRW in einen künstlerisch-kreativen Dialog bringt.  

Heute sind die musikalischen Quellen grenzenlos, heterogen und vielfältig, aus denen sich Musikschaffende inspirieren lassen und mit denen sie Dialoge musikalischer und kultureller Ideen und Werte eröffnen. Um Voraussetzungen zu schaffen, daß „Kulturen gedeihen und auf für alle Seiten vorteilhafte Weise frei interagieren können“ (Artikel 1 der UNESCO-Konvention zum Schutz und zur Förderung der Ausdrucksformen kulturelle Vielfalt) liegt es im breiten Interesse der Gesellschaft, den Kultursektor nicht nur den Launen von Marktkräften und der Kulturindustrie zu überlassen.  

Das Rheinland verfügt – nicht zuletzt durch die Präsenz des Karnevals – über zahlreiche internationale Musikfestivals und -messen sowie Community Feste. Diese haben bisher nur bedingt Impulse für qualifizierte transkulturelle Dialoge in der Musik setzen können. Es stehen hier oft kommerzielle Verwertbarkeit von Musik bei Messen oder Massenveranstaltungen versus Werte und Ethik. Viele andere Aspekte der Musik sind vor allem dem ehrenamtlichen Engagement und der Initiative Einzelner überlassen. Dabei können ernsthafte grenzüberschreitende musikalische Dialoge und Kooperationen ein wichtiger Schlüssel für besseres gegenseitiges kulturelles Verständnis und Zusammenleben sein, wie auch für eine Bereicherung der Musikwelten in einem der größten multikulturellen Zentren Europas sein.  

Ausgangspunkt des MMMLab ist die Suche nach Aspekten gemeinsamer musikalischer Identität zwischen den Polen Lokal – Global, nach transkulturellen Dimensionen der heutigen urbanen Klangprofile der Metropolregionen in NRW und nach neuen Perspektiven kulturell diverser musikalischer Arbeit. Im interaktiven MMMLab sollen sowohl geographische Grenzüberschreitungen migrierter, exilierter und beheimateter Musikschaffender im Mittelpunkt stehen, wie auch thematische Balanceakte zwischen Herkunftskulturen und aktueller Alltagskultur. Es sollen befruchtende künstlerische Dispute ausgetragen werden zwischen verschiedenen Meistern traditioneller Musiken, die Hüter musikalischer Schätze von über Generationen vererbtem kollektiven Gedächtnis sind. Aber auch das konstruktive Ringen mit denen, die stilistisch in westlichen Klanglandschaften leben und/ oder auf die Möglichkeiten moderner Technologie setzen, soll Raum erhalten. Der internationale Austausch ist ein weiterer wichtiger Bezugspunkt für die freien lokal und global orientierten Musikszenen der Region z.B. der Austausch mit der Musikszene in der europäischen Hauptstadt Brüssel. In verschiedenen interaktiven Formaten mit unterschiedlichen Begegnungsformen sollen diese Dialoge systematisch geführt werden und experimentellen Raum bieten: Meisterklassen für professionelle Musikschaffende und „local heroes“, pädagogisch angeleitete Musikworkshops für Laienmusiker*innen und Interessierte, musikalisch-künstlerische Begegnungen mit Akteuren aus Wissenschaft, Medien, Bildung sowie aus verschiedenen Musikberufen, Speed-Meetings, Arbeits-Demonstrationen und musikalische Präsentationen, aber auch offene Musik-Sessions und ein World Café.  

Obwohl augenblicklich weltweite Transformationsprozesse stattfinden, die auch ihren Nachhall in der Klangkunst finden, gehen in Deutschland künstlerische Konzepte und Formen globaler Musikkulturen oftmals noch auf die 1980er Jahre zurück, was sich in den endlos repetierenden Debatten in der Kulturpolitik und Musikwissenschaft um „Weltmusik“ zeigt. Klima-Krise, Veränderungen des globalen Machtgefüges, neue Formen bewaffneter Konflikte, starke Migrationsbewegungen und die Versuche, diese zu kontrollieren, die Grenzschließungen wegen der COVID-19 Pandemie, der rapide technologischen Wandel – diese Entwicklungen sollten bei der Suche nach neuen Ideen und Ansätzen für transkulturellen Klangwelten in NRW, nach dem aktuellen Kölner „Sound Of The City“ oder nach starken Stimmen aus dem Rheinland nicht ohne Folgen bleiben. Das MMMLab soll solche globale Perspektiven im konkret praktischen musikalischen Dialog ermöglichen.  

Die Vorbereitung des MMMLabs ist mit zahlreichen Kooperationspartnern, lokalen und regionalen Akteur*innen, Institutionen und Vertretungen von musikalischen Communities geplant.    


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