Details | 0   * Willkommen * Mirësevini * Bienvenidos *   Wenn es um Identitätspolitik und kulturelle Diversität geht, scheint es den Stakeholdern und Vordenkern in Deutschland oft an geeigneten Worten und verständlicher Sprache zu fehlen. Die Anglizismen der Stunde sind Awareness, Empowerment, Diversity Management, Urban Citizenship, Outreach-Projekte, Communities, Blackfacing, Critical Whiteness und viele mehr. Sie markieren das Feld der Definitionshoheit, das in Deutschland vor allem von den darstellenden Künsten Theater und Tanz, der Literatur, dem Film und den Museen bestimmt wird. Es ist schon erstaunlich, wie wenig diese Auseinandersetzungen bisher Widerhall in der Musik fanden, obwohl es der größte Kultursektor ist.     

Das durch Creative Europe geförderte Projekt „Migrants Music Manifesto“ wird sich in einer Projektwoche im September 2021 in Köln auf vielfältige Weise diesen Themen widmen – konsequent aus der Perspektive der Akteure des superdiversen Öko-Systems global-lokaler Musik (alternativ gebrauchte Begriffe: Weltmusik, World Music, Transkulturelle Musik, Global Pop, progressives Brauchtum inklusive aller denkbaren Spielarten von lokalen Musiktraditionen weltweit). Durch Migrationsbewegungen hat sich auch in Deutschland in den letzten 40 Jahren dieser Sektor entwickelt. Die Protagonisten sind Arbeitsmigrant*innen, Geflüchtete aus politischen, humanitären, ökonomischen oder klimatischen Gründen, Übersiedler*innen aus Osteuropa, mobile privilegierte Studierende und Expats aus der EU und weltweit, global mobile Musik-Spezialisten mit temporärem Aufenthalt, Musiknomaden und viele andere, deren Musiken heute praktiziert wird.


Logo unter Schirmherrschaft der DUK schwarz.jpg Deutsche UNESCO-Kommission e.V.
Externe Seite www.unesco.de

Wir freuen uns sehr, dass die DUK die Schirmherrschaft für die Projektwoche des Migrants Music Manifesto von 13. - 19. September 2021 übernommen hat.

13. - 15.09.2021 WorkshopLab  
15. - 17.09.2021 Residenz der Musiker des Projektorchesters
        18.09.2021 Konzert Projektorchester 
17. - 19.09.2021 Generaldebatte - Int. Konferenz zur Zukunft musikalischer Vielfalt     
13. - 19.09.2021 MedienLab
16. - 19.09.2021 Rahmenprogramm mit weiteren Konzerten  

Alle Aktivitäten der Projektwoche sind öffentlich und finden in der Alten Feuerwache in Köln statt.

Es gibt Einzeltickets/ Anmeldungen jeweils für Workshops, Konzerte und die Generaldebatte/ Int. Konferenz:

Details | 0Innerhalb des superdiversen Musik-Öko-Systems wird schon lange über wichtige Themen im Kontext der Lebensrealitäten der Akteure reflektiert. Diese Themen und Debatten blieben bisher unter dem Radar von Musikinstitutionen, Medien und Kulturpolitik. Durch die Pandemie scheinen nun einige in breiterer Öffentlichkeit angekommen zu sein wie die Anerkennung von Freien Musikszenen und die Notwendigkeit ihrer kulturpolitischen Partizipation. Trotz dieser Anerkennungen hält die globalisierte Musiklandschaft für die Akteure des superdiversen Musik-Öko-Systems noch weitere, spezifische Herausforderungen bereit.   Da gibt es zunächst die Firewall der sogenannten europäischen E-Musik als historisches Endergebnis eines universellen Musikschaffens propagiert in Forschung, Lehre und der Programmgestaltung der großen Musikpaläste und Festivals. Andere Arten des Musikmachens werden entweder als kommerziell und damit nicht zur Sphäre der Kunstmusik gehörig klassifiziert, oder als „nice to have“, aber letztlich als unreife oder wenig ernsthafte Bemühungen angesehen.

Details | MMM Workshop - Mr_Shirazy with Freeak by Artist ArchiveIn Werkstatt-Formaten des interaktiven MMM WorkshopLab wird eine große Bandbreite von  Musikformen und Traditionen in ihrer Komplexität, Tiefe und Kontext unterrichtet – von solchen, die normalerweise als populäre Folklore, Brauchtum klassifiziert nicht Teil von Kunstprojekten sind, über Meisterklassen musikalischer Praxis, die es bisher nicht geschafft hat in den akademischen Olymp in Deutschland aufzusteigen oder Musiken, die keinen Platz in den öffentlich-rechtlichen Medien finden.  

Details | MMM Project Orchester - Norouz by Dominik SchneiderDas MMM Projektorchester wird sich während der Projektwoche zeitgenössischer Musik aus anderen Perspektiven als der Europäischen widmen. In oraler und notierter Form werden neue Stücke modaler Musik geschaffen, während einer Residenz geprobt und in einem gemeinsamen Konzert als Uraufführung von 28 Musiker*innen präsentiert, um den Perspektivwechsels musikalischer Arbeit zu erproben.  

Details | MMM GeneraldebatteIMG_7121byalbaIn der kulturpolitischen Generaldebatte sollen dann Impulse für eine Positionierung eines pluralistischen Musik-Öko-Systems der Zukunft diskutiert werden. In den letzten 40 Jahren ist der Teil-Sektor der musikalischen Vielfalt entstanden, der weder verbandlich, noch institutionell organisiert ist. Die Selbst-Organisation und die Zugehörigkeiten der Akteure manifestieren sich fast ausschließlich in offenen Netzwerken, Plattformen und anderen freien Strukturen, oftmals grenzüberschreitend, musikalisch multi-stilistisch, wie auch sehr spezialisiert. Nach der Pandemie sind Akteure aus allen Bereichen der musikalischen Vielfalt in NRW eingeladen sich zu treffen, um aus ihren Perspektiven und aktuellen Erfahrungen notwendige Beiträge, Ideen und Themen zur Zukunft der Musik auszutauschen. Ihre Positionen sollen mit Stakeholdern aus Institutionen, Verbänden und Medien kritisch diskutiert werden, um neue Optionen für Partizipation und neues Wissen zu künstlerischen Inhalten zu gewinnen.

Es soll ein breites Spektrum von Themen erörtert werden an Runden Tischen, auf Panels, in Vorträgen und mit Musik-Film-Expeditionen.  

Unser besonderer Dank gilt allen Förderern, ohne die ein solch ambitioniertes Projekt nicht realisiert werden könnte.

Weiterhin danken wir allen Kooperationspartnern für ihre engagierte Unterstützung, die es ermöglicht mit jungen talentierten Künstler*innen, mit herausragenden Künstlerpersönlichkeiten sowie Kulturaktivist*innen der kulturellen Vielfalt neue musikalische Ideen, Alliianzen, Kooperationen und außergewöhnliche künstlerische Produktionen zu verwirklichen sowie starke Impulse für eine sich wandelnde Musiklandschaft in der Post-Pandemie zu entwickeln.


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