Details | 0Transoxanien ist das „Land jenseits des Oxus“. Der Name verweist auf eine kulturhistorisch bedeutende Region im westlichen Teil Zentralasiens: das Land zwischen den beiden Strömen Amudarja und Syrdarja mit den alten Metropolen Samarkand und Buchara. Heute gehört es größtenteils zu Usbekistan, aber auch Teile von Kasachstan im Norden, Tadschikistan und Kirgisistan im Osten und Turkmenistan im Süden zählen dazu.   

Die Sängerin Gulzoda Khudoynazarova gehört zur jüngeren Generation der großen klassischen Stimmen des Shashmaqam und stammt aus Buchara. Sie ist bekannt für die besondere Nuancenreichheit ihrer Stimme und außerordentliche Bühnenpräsenz. Sie lernte zunächst an der Buchara State University of Arts traditionellen volksmusikalischen Gesang und die klassischen Formen des Shashmaqam. Während ihrer Studienjahre nahm Gulzoda bereits erfolgreich an nationalen Wettbewerben teil. 2001 wurde sie beim Jurakhon Sultonov & Ma'murdjon Uzokov Wettbewerb in Marghilan (benannt nach zwei Meistermusikern) mit dem 2. Platz ausgezeichnet. Sie trat regelmäßig in wichtigen Konzerthäusern des Landes mit Solokonzerten auf, sodass sich ihr Name schnell bei Kennern der klassischen Shashmaqam Szene und Fans traditioneller Musik herumsprach. 2003 erhielt sie den Yunus Rajabiy Preis und im selben Jahr den Nihol Preis für klassischen Gesang. 2005 schloss sie ihr Studium mit Bachelor ab und erhielt 2007 ihren Master an der Fakultät für Orchestermusik in der Abteilung für traditionelle Musik am Staatlichen Konservatorium in Tashkent. Nach ihrem Abschluss begann sie als Sängerin des Yunus Rajabiy Maqam-Ensemble, mit dem sie bis heute aktiv ist und regelmäßig in Usbekistan auftritt.
2016 absolvierte Gulzoda mit ihren Musikern einen erfolgreichen Auftritt auf der Weltmusikmesse WOMEX in Santiago de Compostella in Spanien. 2017 wurde sie vom Netzwerk Klangkosmos NRW zu einem einmonatigen Konzert- und Residenz-Programm nach Deutschland eingeladen. Seit dem hat sie zahlreiche eindrucksvolle Konzerte in großen Konzerthäusern und auf Festivals in Europa (Estland, Litauen, Deutschland, Belgien, Frankreich, Schweiz) sowie in verschiedenen Ländern Zentralasiens gegeben. Während der COVID-19-Pandemie 2020 konnte sie ein Online-Konzert beim „Global Toronto“ World Music Meeting/ Kanada und für das Kaustinen Folk Music Festival in Finnland geben. 2021 absolvierte sie eine Europa-Tournee mit eindrucksvollen Konzerten u.a. im Boulez-Saal in Berlin, der Elbphilharmonie Hamburg, der Tonhalle St. Gallen sowie Konzerten in Frankreich und Belgien.  

Begleitet wird Khudoynazarova von ihren Trio-Kollegen an der Langhalslaute Dutar und der Streichfidel Babur Ghichak.  

Farrukh Vohidov schloss 2016 sein Studium mit Bachelor an der Fakultät für Orchestermusik in der Abteilung für traditionelle Musik am Staatlichen Konservatorium in Tashkent, der Hauptstadt Usbekistans ab. Heute arbeitet er an der staatlichen Kunsthochschule in Taschkent als Musiklehrer und ist ein gefragter Musiker auf der Spießgeige Ghichak mit breitem Repertoire von Shashmaqam und klassisch-traditioneller Musik Zentralasiens. Die Ghichak gehört zur Familie der zentralasiatischen Streichfiedeln, die in unterschiedlichen Formen vorkommen: in Badakhshan in Tadjikistan und in Nordafghanistan als zweisaitige Variante mit einem Blechkanister als Korpus, in den zentralasiatischen Halbwüsten mit halbkugelartigem Resonanzkörper aus Holz mit Fell-Bespannung oder als Babur Ghichak mit einem ovalen Korpus aus Holz ohne Fell. Diese Variante ist vom Klang her auch in klimatisch nicht so trockenen Zonen stabiler. Mit drei bis vier Saiten hat die Ghichak einen sanften, melodischen Klang.
Farrukh Vohidov begleitet viele traditionelle Musiker*innen wie auch populäre Bands bei Bühnenauftritten und Privatkonzerten. Bereits während seines Studiums begann er mit Gulzoda Khudoinazarova zu spielen und gehört seit dem zur festen Besetzung des Trios.  

Bekzod Safarov ist einer der virtuosen Lautenspieler in Usbekistan mit einem breiten Repertoire aus Shashmaqam, klassisch-traditioneller Musik und dem vielfältigen volksmusikalischen Erbe des Landes. Er wirkt als Instrumental-Solist auf den Langhalslauten Dutar und Tanbur, die in verschiedenen Bauarten im gesamten asiatischen Kulturraum von Afghanistan über Iran bis nach Anatolien als Hauptinstrument der Epensänger verbreitet sind. Sie werden aus dem Holz des Maulbeerbaums gefertigt; haben zwei Saiten, die im Abstand einer Quarte (fünf Halbtonschritte) gestimmt werden und werden mit oder ohne Plektron am Zeigefinger gezupft.    Er erhielt seinen Bachelor-Abschluss 2006, seinen Master 2009 an der an der Fakultät für Orchestermusik in der Abteilung für traditionelle Musik am Staatlichen Konservatorium in Tashkent. Danach arbeitete er als Lehrer am Music College in Taschkent, ist bis heute aktiv als leitender Musikspezialist für die Kultur-NGO „Uzbeknavo“ an Kunst- und Kulturinstitution, als Forscher an der staatlichen Kunsthochschule in Taschkent und für die Nationale Musikinstitution Yunus Rajabiy. Seit 2016 gehört seit dem zur festen Besetzung des Gulzoda Khudoinazarova Trio.    

Gulzoda Khudoynazarova – Gesang, Doira
Bekzod Safarov – Dutar
Farruh Vohidov – Babur Ghichak

Weitere Infos,  Video und Hörbeispiele


Termine in Europa:
20.02.2022         Boulez Saal - Berlin/ DE
24.02.2022         The Asia and Pacific Museum - Warschau/ PL
04.03.2022         SO36 - Bielefeld/ DE
05.03.2022         Theater Moliere - Brussels/ BE
07.03.2022         Universität Tours/ FR
10.03.2022         Elbphilharmonie - Hamburg/ DE
11.03.2022         Tonhalle St. Gallen/ CH


16.02.2023         Brucknerhaus - Linz/ AT
02.03.2023         Boulez Saal - Berlin/ DE
12.03.2023         Kulturkeller - Neuss/ AT


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